Impfungen und Visa Run – DONE!

Moin moin!

Wie sollte es natürlich auch anders sein.. ich habe mir gerade all die Länder für den Start meiner Reise ausgesucht, die besonders komplizierte Visa Anforderungen haben und spezielle Impfungen benötigen. Vor allem, wenn man reisen möchte, wie ich es tue: individuell, viel in Kontakt mit einheimischen Menschen und Essen, ggf. Farmarbeit mit Tieren, etc. Doch gute – und vor allem rechtzeitige – Vorbereitung ist alles, um einigermaßen kostengünstig davon zu kommen… Das bezieht sich auf beides, sowohl Last-Minute Impfungen, als auch Express Visa Beantragungen können schnell ins Geld gehen.

Um Euch mal einen kleinen Eindruck davon zu geben, wie aufwändig und kostenintensiv das ganze Prozedere war, werde ich in diesem Blogpost meine Erfahrungen berichten, die ich beim Impfen und beim Botschaften abklappern gesammelt habe. Falls Ihr bald mal eine ähnliche Reise machen möchtet und nicht weiter wisst, schreibt mich doch gerne an.

Fangen wir mit dem Impfen an. Diesbezüglich habe ich zwei schlechte und zwei gute Nachrichten:

  1. Ich musste mich insgesamt neun Mal stechen lassen, was teilweise bis zu einer Woche relativ schmerzhaft war und mich ziemlich geschwächt hat.
  2.  Die Impfungen haben insgesamt 731€ gekostet. Da ist der Impfstoff und die Arztgebühr eingerechnet.

Das hört sich erst einmal ziemlich schlimm an oder? Ich habe aber auch zwei gute Nachrichten:

  1. Da ich nun so „durchgeimpft“ bin, sollte ich allen schlimmeren Krankheiten immun sein und brauche mich nicht sofort stressen, wenn ich z.B. mal von einem Tier gekratzt werde. Das gibt mir ein sicheres Gefühl, dass ich auch heil wieder zu Hause ankommen werde.
  2. Ich bin bei der Techniker Krankenkasse versichert, und die hat die gesamte Rechnung zu 100% übernommen. Vielen Dank dafür! Soweit ich weiß, ist das ein besonderer Service der Techniker: Sie übernehmen alle Reiseimpfungen.

Da ich vor ein paar Jahren bereits gegen Hepatitis A+B; Diphterie und ähnliches geimpft wurde, brauchte ich nun „nur“ Impfungen gegen Krankheiten, die im Raum Asien vertreten sind: Japanische Enzephalitis, Meningokokken B, Meningokokken ACWY, Typhus und Tollwut. Ich habe beim BNITM (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin) in Hamburg eine umfassende Impfberatung und Erklärung bekommen. Das kann ich nur weiterempfehlen, auch wenn man manchmal leider bis zu einer Stunde auf seinen Termin warten musste.

–> https://www.bnitm.de/reisen-impfen/

Das Impfen war aber noch lange nicht alles! Ich brauche ja auch noch die richtigen Visa. Wer es noch nicht weiß: ich starte in Russland, fliege dann nach China und danach nach Taiwan. Wo es danach hingeht, oder ob mein Abenteuer dann bereits vorbei ist, lasse ich mir bisher noch offen.

Ich habe der Reihenfolge nach gestartet und habe in der Russischen Botschaft begonnen. Danach war ich erst einmal eingeschüchtert und leicht abgeschreckt. Der Mann, der mich in die Botschaft holen sollte hat kein einziges Wort deutsch gesprochen (oder sprechen wollen) und mich nur aggressiv auf russisch angepöbelt. Bis ich verstanden hatte, dass ich einfach nur meinen Rucksack abnehmen soll, war die Laune schon im Keller. Die Botschaft hat mich ein bisschen an einen Knast erinnert und niemand war wirklich freundlich oder hat den Ansatz eines Lächeln gezeigt. Obwohl ich einen Termin hatte, hatten russische Bürger ohne Termin Vorrang, weshalb ich eine gute Stunde warten musste. Das einzige positive daran war, dass das Visum mit 35€ im Vergleich zu den Anderen recht günstig zu meinem Geldbeutel war.

Das kann man vom chinesischen Visum nicht  behaupten. Es war mit 125€ das teuerste Visum. Das liegt leider daran, dass man das Visum nicht mehr in der Botschaft selbst beantragen darf, sondern es über eine ausgelagerte, offizielle Visa-Agentur beantragen muss. Die berechnen allerdings 60€ Bearbeitungsgebühr, weshalb der Preis ziemlich in die Höhe schießt. Das Büro war in der Hafencity und sehr modern. Es gab eine Anmeldung und viele Schalter, sodass ich beide Male nach ca 30 Sekunden drangekommen bin.

Was mich wirklich umgehauen hat, ist die Taipei Vertretung. Richtig, es ist nur eine Vertretung und keine offizielle Botschaft. Aber im Endeffekt haben sie die gleiche Funktion. Das Büro war mehr ein absolut modernes, lichtdurchflutetes und warmes Loft. Die taiwanischen Damen haben hervorragend deutsch gesprochen, sind sind mit mir ganz in Ruhe meine Unterlagen durchgegangen und haben mir am Ende sogar noch ein Taiwan Magazin geschenkt, damit ich schonmal lesen kann, was ich dort alles unternehmen möchte. Hier habe ich für 86€ ein Working-Holiday Visum beantragt. Das bedeutet, dass ich bis zu einem Jahr dort bleiben, arbeiten und so oft einreisen darf, wie ich möchte. Das ist die gleiche Art von Visum, die viele junge Backpacker für Australien oder Neuseeland benutzen. Doch viele wissen nicht, dass Deutschland mit weitaus mehr Ländern dieses Abkommen hat. Dieses Visum ermöglicht es mir, ein Praktikum von Anfang Februar bis Ende April (3 Monate) in der Hauptstadt Taipei zu absolvieren. Aber dazu später mehr.

Als Fazit kann ich sagen, dass die Botschaften/Vertretungen bereits den ersten Eindruck von ihrem Land vermitteln. Während ich Russland nun tatsächlich etwas skeptisch entgegentrete, kann ich mich vor Freude kaum halten, endlich nach Taiwan zu reisen. Ich bin sehr gespannt, ob die Länder diesem ersten Eindruck gerecht werden…

In Hamburg sagt man Tschüss!

So nett wurde ich vor der Taipei Vertretung empfangen

 

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